Skip to main content

Der digitale Wandel in der Energiewirtschaft

Die Digitalisierung der Energiewirtschaft schreitet kontinuierlich voran, wobei der Rollout von der Smart Metern eine zentrale Rolle spielt. Der Wechsel von herkömmlichen Stromzählern zu intelligenten Messsystemen (Smart Metern) ist nicht nur eine technologische Weiterentwicklung, sondern auch eine regulatorische Notwendigkeit.

Für Netzbetreiber, Messstellenbetreiber und Dienstleister in der Energiebranche ist der Smart Meter Wechsel eine strategische Aufgabe mit weitreichenden Auswirkungen. Die Umstellung ermöglicht eine effizientere Netzintegration erneuerbarer Energien, verbessert die Netzstabilität und eröffnet neue Geschäftsmodelle. Gleichzeitig erfordert sie jedoch eine präzise Planung, um die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen und den Wechsel reibungslos umzusetzen.

Rechtlich geregelt wird der Prozess durch die Wechselprozesse im Messwesen (WiM), die klare Abläufe und Verantwortlichkeiten definieren. Übergeordnet steht die Marktkommunikation (MaKo), die standardisierte Prozesse zur Informationsübermittlung zwischen Netzbetreibern, Lieferanten, Messstellenbetreibern und Dienstleistern beschreibt. Besonders relevant ist in diesem Kontext außerdem das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), welches die Rahmenbedingungen für den Messstellenbetrieb festlegt und die Ausstattung der leistungsgebundenen Energieversorgung mit modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen steuert.

Ab 2025 wird der Einbau von Smart Metern für Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 kWh pro Jahr sowie für Neubauten und Renovierungen verpflichtend (§29 MsbG). Die Grundlage bildet dazu das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Der grundzuständige Messstellenbetreiber hat dabei besondere Informationspflichten hinsichtlich der Messwerterfassung und -übermittlung zu erfüllen. Die Einhaltung dieser Vorgaben ist entscheidend für eine reibungslose Umsetzung des Wechselprozesses.

Weitere regulatorische Vorgaben, beispielsweise die technischen Richtlinien des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), stellen sicher, dass Smart Meter höchsten Sicherheits- und Datenschutzanforderungen entsprechen.

 

Umsetzung

Der Smart Meter Rollout erfordert eine detaillierte Planung und strukturierte Umsetzung. Der gesamte Prozess lässt sich dabei in vier Phasen einteilen: die Planung und Auftragsgenerierung, die technische Vorbereitung, der Einsatz vor Ort  und abschließend die Nachbearbeitung.

1. Planung und Auftragsgenerierung

In der ersten Phase geht es darum, die Kundenstandorte zu identifizieren, die für den Wechsel auf ein intelligentes Messsystem vorgesehen sind. Dafür müssen bestehende Kundendaten sowie Informationen zu den aktuellen Zählern gesammelt und validiert werden. Anschließend werden Wechselaufträge erstellt und in einen durchdachten Zeitplan integriert. Eine präzise Planung ist essenziell, um Engpässe zu vermeiden und den Techniker-Einsatz zu optimieren. Dabei stellt sich häufig die Herausforderung unvollständiger oder fehlerhafter Daten, die zu Verzögerungen führen können. Zudem müssen Touren effizient gestaltet werden, um unnötige Wege zu vermeiden. Der bestehende Fachkräftemangel im Bereich der Monteure erfordert zudem eine optimierte Einsatzplanung, um die begrenzten Ressourcen bestmöglich zu nutzen.
Mit einer mobile Workforce Management Lösung wie adelo® kann die Datensynchronisation mit bestehenden CRM- und ERP-Systemen automatisiert erfolgen, um Datenlücken zu minimieren. Zudem hilft eine optimierte Tourenplanung, basierend auf aktuellen Geodaten, die Einsätze effizient zu koordinieren. Automatische Terminbenachrichtigungen für Kunden gemäß §37 MsbG sorgen für eine transparente Kommunikation und reibungslose Abläufe.

2. Technische Vorbereitung

Nach der Planung müssen alle notwendigen Geräte, Werkzeuge und ggf. Schulungen für Mitarbeiter organisiert und bereitgestellt werden. Ziel dieser Phase ist es, sicherzustellen, dass alle benötigten Smart Meter zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar sind und die Techniker bestmöglich auf den Einbau vorbereitet sind.
Herausforderungen entstehen in dieser Phase insbesondere durch fehlende oder falsch zugeordnete Geräte, was den Prozess verzögern kann. Zudem müssen Arbeitsanweisungen klar definiert sein, um Installationsfehler zu vermeiden.
adelo® unterstützt diesen Prozess durch eine verbesserte Geräteverwaltung mit Lagerfunktionalitäten. Dabei können die einzelnen Geräte, Smart Meter, Gateways und Steuerboxen, einzeln importiert und verwaltet werden. Sowohl die Entnahme eines neuen Geräts als auch die Rückführung eines alten Geräts lassen sich damit dabei lückenlos dokumentiert.

Zusätzlich sorgt das Skill-Management dafür, dass nur geschulte Techniker mit entsprechenden Qualifikationen für die entsprechenden Installation eingeplant werden. Erst nach der Dokumentation der Mitarbeiterfähigkeiten in adelo® werden ihnen die Smart Meter-Aufträge automatisiert zugeordnet, wodurch Fehler reduziert und die Qualität der Installation verbessert wird.

3. Vor-Ort-Einsatz

Der eigentliche Vor-Ort-Einsatz stellt den zentralen Schritt des Rollouts dar. Hierbei erfolgt zunächst der Ausbau des alten Zählers, wobei der bisherige Zählerstand genau dokumentiert wird. Anschließend wird die neue Messeinrichtung installiert, sorgfältig geprüft und kalibriert, bevor alle durchgeführten Arbeiten abschließend dokumentiert werden. Während dieses Prozesses können unvorhergesehene Probleme auftreten, etwa Zugangsbeschränkungen zu Gebäuden oder fehlende Kundenanwesenheit, die den Zeitplan durcheinanderbringen. Ein weiteres Risiko besteht in fehlerhaften oder unvollständigen Dokumentationen, die zu nachträglichen Korrekturen und Verzögerungen in den Folgeprozessen führen können.

Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken, ermöglicht die adelo® App eine lückenlose Erfassung aller relevanten Daten direkt vor Ort. Techniker können Fotos, Unterschriften und detaillierte Berichte digital hinterlegen, um den gesamten Prozess transparent zu gestalten. Mithilfe vordefinierter Fragenkataloge werden alle notwendigen Informationen systematisch abgefragt und strukturiert erfasst. Zudem überprüft das System automatisch, ob alle relevanten Angaben vollständig sind, bevor der Auftrag abgeschlossen wird. Falls Mängel auftreten, können diese umgehend in adelo® dokumentiert und weiterverarbeitet werden.

4. Nachbearbeitung

Nach der erfolgreichen Installation erfolgt die Nachbearbeitung, in der die technische Dokumentation abgeschlossen, die Abrechnung durchgeführt und die relevanten Daten an den Netzbetreiber übermittelt werden. Dabei ist es entscheidend, dass keine Medienbrüche zwischen Innen- und Außendienst entstehen und die erfassten Informationen ohne Verzögerungen in die entsprechenden Abrechnungssysteme einfließen. Fehlerhafte oder unvollständige Dokumentationen können zu Verzögerungen führen und den gesamten Prozess verlangsamen.

Um dies zu vermeiden, sorgt adelo® für eine automatische Synchronisation aller erfassten Daten zwischen der Innen- und Außendienstanwendung. Berichte werden in Echtzeit generiert und über Schnittstellen direkt mit den Abrechnungssystemen verknüpft, wodurch der administrative Aufwand erheblich reduziert wird. Zudem bietet das System umfassende Analysemöglichkeiten, um Fehlerquellen und Optimierungspotenziale frühzeitig zu identifizieren. Durch die kontinuierliche Auswertung von Einsatzdaten lassen sich Prozesse gezielt verbessern und Zeitverluste minimieren.

 

Fazit

Der Smart Meter Rollout ist ein zentraler Baustein der Digitalisierung der Energiewirtschaft und eine wesentliche Voraussetzung für eine moderne, nachhaltige Energieversorgung. Er ermöglicht eine effizientere Netzintegration erneuerbarer Energien, verbessert die Netzstabilität und eröffnet neue Geschäftsmodelle für Messstellenbetreiber und Netzbetreiber. Gleichzeitig stellt die flächendeckende Einführung intelligenter Messsysteme hohe Anforderungen an Planung, Umsetzung und Datensicherheit.

Regulatorische Vorgaben gewährleisten standardisierte Abläufe und den Schutz sensibler Daten. Dennoch bleibt die praktische Umsetzung eine Herausforderung: Unvollständige Kundendaten, Fachkräftemangel und logistische Hürden erfordern durchdachte Prozesse und digitale Lösungen zur Effizienzsteigerung.

Erfolgreiche Rollout-Projekte zeichnen sich durch präzise Planung, optimierte Techniker-Einsätze und eine reibungslose Marktkommunikation aus. Die Einführung von Smart Metern ist nicht nur eine technische Umstellung, sondern ein entscheidender Schritt hin zu einem intelligenten, dezentralen Energiesystem, das Verbrauchstransparenz und Flexibilität fördert. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie gut die Branche diese Herausforderung meistert und welche neuen Chancen sich aus der Digitalisierung der Energieinfrastruktur ergeben. Digitale Lösungen wie adelo® können dabei helfen, den Rollout effizient zu gestalten, Prozesse zu automatisieren und eine reibungslose Umsetzung sicherzustellen.

 

Sie benötigen individuelle Hilfe bei Ihrem Smart Meter Rollout? reisewitz ist bereits seit 40 Jahren Experte in der Prozessoptimierung und steht Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. 

Kontaktieren Sie uns noch heute!

 

Kommentare